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Gemeinschaftspraxis
Hafelsstraße 16
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Häufige Elternfragen

1. Wozu Milchzähne überhaupt behandeln?
Milchzähne haben eine wichtige Funktion: Es sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Aber auch zum Sprechen, Abbeißen und Lächeln sind die Milchzähne da. Entzündungen an Milchzähnen können den darunter liegenden bleibenden Zahn schädigen, aber auch das gesamte Immunsystem des Kindes schwächen. Besteht ein hohes Kariesrisiko, ist die Gefahr, dass bleibende Zähne von den Bakterien angesteckt werden, sehr groß.

2. Haben Milchzähne Wurzeln?
Alle Milchzähne haben zunächst Wurzeln, die langsam aufgelöst werden, wenn der bleibende Zahn unten drunter nachwächst. Die Milchzähne beginnen dann zu wackeln und fallen schließlich aus.

3. Zähne putzen – ab wann?
Mit den ersten Milchzähnen (ca. 6-9 Monate) sollte mit dem Zähneputzen begonnen werden. Bis zum 2. Geburtstag 1x täglich, am besten abends, danach 2x am Tag mit einer weichen Kinderzahnbürste und einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta. Es ist wichtig, dass nach dem abendlichen Putzen nichts mehr zu trinken oder zu essen angeboten wird. Denn gerade in der Nacht ist die Speichelproduktion und damit seine Schutzfunktion herabgesetzt. Die Bakterien haben somit über Stunden freies Feld, ihre schädlichen Säuren zu produzieren und die Zähne anzugreifen.

4. Wird Karies vererbt?
Grundsätzlich gilt:
Ein sauberer, belagfreier Zahn entwickelt keine Karies. Das heißt, dass unabhängig vom Zustand der Zähne der Eltern, mit der richtigen Ernährung, einer effektiven häuslichen Mundhygiene und regelmäßigen Kontrollen und Prophylaxesitzungen beim Zahnarzt, Ihr Kind gute Chancen auf gesunde Zähne hat. Lediglich die Zusammensetzung des Speichels, der eine Reparaturfunktion hat, sowie die Form der Zähne sind vererbbar. Da Karies aber eine Infektionskrankheit ist, können Eltern ihre Kinder mit den Bakterien (z.B. beim Ablecken von Schnuller oder Breilöffel) infizieren.

5. Wann kommen die neuen Zähne?
Mit ungefähr 6 Jahren kommt meistens der erste bleibende Backenzahn hinter dem letzen Milchzahn. Der Zahnwechsel ist erst mit ungefähr 12 bis 13 Jahren abgeschlossen, wenn die hinteren Milchbackenzähne ausfallen. Die Eltern warten auf einen Wackelzahn und bemerken häufig den bleibenden hinteren Zahn gar nicht. Deshalb ist es sehr wichtig beim Putzen richtig in den Mund des Kindes schauen zu können (am besten, indem man sich hinter das Kind stellt), um diese Zähne von Anfang an richtig gut sauber zu halten. Oft sind aber auch die unteren Schneidezähne die ersten Wackelzähne, die den Zahnwechsel ankündigen und der hintere Backenzahn kommt etwas später.

6. Fluoride – unentbehrlich für die Zähne
Fluorid ist nicht nur ein natürlicher Bestandteil unserer Umwelt und besonders im Wasser enthalten. Fluorid ist auch in unserem Speichel, sorgt in der Mundhöhle für das ökologische Gleichgewicht und schützt damit unsere Zähne vor Karies. Jeder von uns nimmt täglich mit der Nahrung, vor allem mit Getränken, Fluoride in unterschiedlichen Konzentrationen bzw. Mengen auf. Da sich unsere Ernährungsgewohnheiten im Laufe der Zeit aber verändert haben, reicht der natürliche Fluoridschutz nicht mehr aus: Um die Zähne widerstandsfähiger gegen Karies zu machen, müssen wir zusätzlich Fluoride zu uns nehmen. Fluoride lagern sich in den Zahnschmelz ein. Der Zahnschmelz wird so widerstandsfähiger gegen die aggressiven Säuren der Plaque-Bakterien. Fluoride verringern die Löslichkeit des Zahnschmelzes. Fluoride helfen dem Speichel, die Zähne wieder zu reparieren.

7. Was sind Versiegelungen und wann kann man sie machen?
Wenn Backenzähne tiefe Furchen und Rillen in der Kaufläche aufweisen, ist es sinnvoll, diese Stellen vor Bakterien zu schützen, denn die Borsten der Zahnbürste erreichen diese Stellen nicht. Mit einem dünnflüssigen Kunststofflack werden nach gründlicher Reinigung des Zahnes diese Vertiefungen zugemacht und den Zähnen somit ein Schutz vor Bakterien geboten. Dabei kann eine Versieglung an Milchzähnen genauso sinnvoll sein wie am bleibenden Backenzahn.

8. Wie entsteht Flaschenkaries?
Die Ursache für Flaschenkaries liegt in der überwiegend nächtlichen Gabe einer Flasche, Sigg-Flasche, etc., wobei es unwichtig ist, ob sie Fruchtsaft, gesüßten Tee oder Milch enthält, denn Bakterien können den Zucker aus all diesen Getränken gleichermaßen verwenden, um ihre schädlichen Säuren zu produzieren und die Zähne zu zerstören. Auch langes Stillen kann zu dieser Form der Karies führen. Entscheidend ist, dass die Zähne über längere Zeit von zuckerhaltigen Getränken umspült werden und gerade nachts die Speichelproduktion herabgesetzt ist und somit seine Reinigungsfunktion. Zuerst werden die oberen Schneidezähne, dann die Backenzähne angegriffen, die unteren Schneidezähne bleiben vorerst intakt, da sie beim Trinken/Nuckeln durch die Zunge geschützt werden. Typisch ist die sehr schnelle Verlaufsform dieser Karies von anfangs weißen Linien entlang des Zahnfleischsaums bis zu den gelb-braunen Verfärbungen der Zähne. In diesem Stadium brechen die kariösen Zähne sehr leicht ab.

9. Mein Kind hat Zahnschmerzen – was tun?
Bitte kommen Sie möglichst schnell mit Ihrem Kind in die Praxis. Denn oft können Kinder den Schmerz nicht richtig einschätzen und lokalisieren und Schmerzmittel helfen nur für kurze Zeit und beheben nicht die Ursache. Durch eine Behandlung kann Ihrem Kind meist schnell geholfen werden.

10. Zahnunfall – was tun?
Bitte suchen Sie so schnell wie möglich die Praxis auf – denn eine rasche Therapie ist für den Behandlungserfolg und somit den Erhalt des Zahnes ausschlaggebend. Besonders wenn ein bleibender Frontzahn ganz herausgeschlagen ist, sollte er innerhalb einer Stunde wieder eingesetzt werden. Bitte fassen Sie den Zahn nur an der Krone und nicht an der Wurzel an, am besten legen Sie ihn in eine „Zahnrettungsbox“, die in Apotheken erhältlich ist. Ansonsten lagern Sie ihn in kalter Milch, steriler Kochsalzlösung oder zur Not in kaltem Leitungswasser oder Speichel. Sollte ein Stück des Zahnes herausgeschlagen sein, kann man es evtl. auch ankleben, dies sollte aber möglichst innerhalb eines Tages geschehen!! Gelockerte Zähne werden in ihre ursprüngliche Position gebracht und evtl. geschient. Ausgeschlagene Milchzähne setzt man nicht zurück, um den bleibenden Zahnkeim darunter nicht zu schädigen.

11. Röntgen – muss das sein?
Wenn bei einem Kind die Zähne ganz eng zusammen stehen, ist eine Karies zwischen den Zähnen klinisch, also mit bloßem Auge, nicht zu erkennen. Durch ein Röntgenbild kann man aber eine kariöse Veränderung frühzeitig entdecken und das Loch mit geringem Aufwand reparieren. Auch Entzündungen an Wurzeln, die Schmerzen verursachen können und den bleibenden Zahnkeim schädigen können, werden auf den Röntgenbildern sichtbar.